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Verlag Robert Richter
Robert Richter
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DE112821970
Donnerstag, 22. Januar 2015
Donnerstag, 2. Januar 2014
Schneeflocke (1979!)
Wo auf einer kleinen Schneeflocke
Das Licht der Kristalle
Auf dich zukommt
Wirst du sehen
Und verstehen
Dass du nicht allein bist
Die Flocke schmilzt
Doch das Licht bleibt
Und es scheint in deinem Herzen
Bis ans Ende
Und noch länger
Das ist deine Hoffnung
Halte sie fest
Denn es ist das einzige
Das du tun kannst
Mittwoch, 25. Dezember 2013
Stille Nacht
Das ist mal
Weihnachten
Vierzehn Grad und
ich sitze
Mit meinen neuen
Hausschuhen
Auf der Terrasse
und rauche
Eine letzte
Zigarette bevor die
Müdigkeit mich ins
Bett treiben wird
Der Regen
plätschert leise
Durch die Nacht und
nur die
Kahlen Bäume
erinnern daran
Dass Dezember ist
Eine fast stille
Nacht
Wäre da nicht hin
und wieder
Das Dröhnen von
Motoren
Das der Wind von
der Lamboy
Herüber trägt
denn die
Straße ist
schnurgerade und
Wo Straßen gerade
sind wollen
Manche wissen wie
es sich
Anfühlt wenn 250
PS arbeiten
Wenn man sonst
nichts hat
Was man fühlen
kann
Schon erreicht die
Glut den Filter
Ich geh ins Haus
Kontrolliere ob
auch wirklich
Alle Heizkörper
abgedreht sind
Lasse mich aufs
Sofa fallen
Und schalte den
Fernseher an
Während ich mich
durch
Die Programme zappe
in der
Hoffnung auf einen
Zombie Film
Zu stoßen denke
ich mir
Gott sei Dank
Auch diesen Tag
Hab ich hinter mich
gebracht
Sonntag, 22. Dezember 2013
Die goldene Zukunft der Städte
Da schauen sie auf
die Trümmer
Ihrer Städte
Scherben der Verzweiflung
Auf regennassem
Asphalt lodernde
Feuer entfacht
durch Wut und Aggression
Rauchschwaden die
zum Himmel steigen
Aber sie tragen
keine Hoffnung mit sich
Da stehen sie und
weinen
Und ihre Tränen
glitzern golden
So golden wie die
Manschettenknöpfe
An denen sie nervös
hantieren
So golden wie die
Scheitel
Die sie gezogen
haben
Da schauen sie auf
ihre Städte
Und weinen und die
Täter sind
Schnell gefunden
Da stehen sie
Sie haben die
Steine ja noch
In ihren Händen
Diese Rüpel
Die sich dem System
verweigern
Von dem sie selbst
schmarotzen
Wie Bandwürmer
sind sie im
Gedärm dieser
Nation
Weil sie nicht
verstehen wollen
Dass die Städte
sich verändern müssen
Dass Städte nicht
mehr denen
Gehören die darin
wohnen
Sondern denen die
investieren
Zum Wohle aller
Und zur Erhaltung
des Glaubens
An ewiges nie enden
Wollendes Wachstum
Auf dass es Geld
regnen möge
Statt Wasser
Eines Tages
Wenn die
Rauchschwaden sich
Verzogen haben und
der
Himmel wieder blau
ist
Dann hören sie auf
zu weinen
Die Feuer sind
erloschen
Und sie werden die
Scherben
Zusammenkehren und
was noch
Übrig blieb werden
sie nieder reißen
Und sie werden neue
Tempel errichten
Größer und
prächtiger als es
Sie je gegeben hat
Und Götzen werden
darin wohnen
Gleich goldenen
Kälbern
Und die Menschen
werden tanzen
In einem stumpfen
ewig gleich bleibendem Takt
Und die Götzen
werden nach Blut verlangen
Doch aus ihren
Hintern wird
Gold fließen
Füllhorn und Stein
der Weisen zugleich
Während draußen
vor den Toren der Städte
Bandwürmer auf
matschigen Äckern
Nach Kartoffeln
graben
Und Steine finden
werden
Montag, 5. August 2013
Regatta
Der Himmel ist blau-weiß
So wie es sich gehört
Für das gelobte Land
Der Bayern
Von Nordosten weht ein
Sanfter Wind der
See liegt ruhig
Zwischen seinen Ufern
Am Horizont segeln sie
Um die Wette
Die Regatta der
Höhepunkt des Jahres
In diesem Ort der
So verlassen da liegt
Wie ein überfahrenes
Eichhörnchen am Straßenrand
Zieht für einen Tag
Die Porschefahrer an
Die mit verspiegelten
Sonnenbrillen ihr
Greisenalter kaschieren wollen
Ich flüchte
Laufe hinaus auf die Straße
Die in Richtung Wald führt
Vorbei an endlosen
Reihen Ferienhäuser
In denen nie jemand wohnt
Auf einem Schotterweg entdecke
Ich eine tote Kröte
Ausgedörrt von der
Stechenden Sonne die
Haut schuppig wie von
Einem Reptil zieht das
Tier nur noch Ameisen an
Die mit scharfen Kiefern den
Kadaver zerlegen
Dienstag, 23. Juli 2013
Traktate aus den Vorhöfen der Hölle
Dies sind die
Traktate aus
Den Vorhöfen der
Hölle
Aufgeschrieben in
einsamen Nächten
Mit Tränen Blut
und Schweiß
In Gestalt einer
Fliege drang
Ein Dämon in mich
ein
Und führte mich an
diesen Ort
An dem ich gefangen
bin
Für die nächsten
tausend Jahre
So steige ich hinab
in
Die Tiefen des
Vulkans
Wo brodelndes Magma
Meine Seele reinigt
Mich befreit von
den
Sünden die wie
Kerben
Eingeschweißt sind
Hinter den
Schallmauern
Meiner Gehörgänge
Der Tod kommt auf
Einem Segelboot
Langsam
Über die sanften
Wellen
Gleitend nähert es
sich
Dem steinigen Ufer
Graues Fleisch
liegt
In der Uferbrandung
Bedrängt von
Millionen
Ausschwärmender
Blutsaugern
Tropfen für
Tropfen
Verschwindet löst
sich auf
Wird eins mit dem
Äther
Aufgesaugt von
Gammastrahlen
Während hinter den
Bergen
Ein leichtes
Grollen
Zu vernehmen ist
Eingeschlossen
Hinter Wänden aus
Stahlbeton
Kein Entrinnen aus
dieser
Festung namens
Irrenhaus
Nur der Weg über
das
Wasser führt ins
Freie
Wohin man blickt
Grünblaues
Fischverseuchtes
Wasser
Schüsse hallen
durch die Straße
Die Sonne steht im
Zenit
Während ich um die
Ecke biege
Und Zuflucht hinter
Sandsteinmauern
suche
Eine Mutter steht
im Hinterhof und
Gibt ihren beiden
Mädchen
Jeweils einen Kuss
auf die Stirn
Bevor sie sie in
den Kindergarten
Schickt das Ältere
der Mädchen
Hinkt etwas denn es
hat
Sich das Knie
aufgeschrammt
Unter einem braunen
Pflaster
Quillt Grind hervor
Eine Fliege
versucht aufdringlich
Den Zugang zur
Wunde zu finden
Die Mädchen
verschwinden
Und ebenso die
Mutter
Die dem Horizont
entgegen geht
Leere
Schneckenhäuser am Wegesrand
Zeugen davon was
hier einmal gab
Zivilisation
Die Häuser
zerfallen und übrig
Bleibt eine feine
Schicht aus
Kalk in dem ich
meine
Fußspuren
hinterlasse und
Mich nach nichts
mehr sehne
Als nach Einsamkeit
Sonnenstrahlen
Durch das Prisma
ewiger Qual
Gejagt gebündelt
konzentriert
Auf einen Punkt
Der sich Leben
nennt
Treffen sie mein
Herz
Durchbohren es
Bis nichts mehr
übrig bleibt
Außer ausgebrannte
Muskelfasern und
Verdampfendes Blut
Hätte ich nur
stattdessen einen
Stein in der Brust
Dann bliebe mir die
Reise in die
Finsternis erspart
Und der tägliche
Blick
Aus dem
Küchenfenster
Der Tod ist ein
Fischer
Er wirft die
Schleppnetze aus
Und durchkämmt
Die Gewässer
Während die
Geister der Ertrunkenen
Nach unvorsichtigen
Schwimmern spähen
Was sich unter der
glitzernden Oberfläche
Bewegt entzieht
sich
Den Augen der
Lebenden
Gegen Nachmittag
kehrt die
Mutter zurück aus
dem Nichts
Wie sich
verdichtender Nebel
Materialisiert sich
ihr Körper
Am Horizont
Braune Haare fallen
in Wellen
Über ihre
Schultern ihre Augen
Glitzern wie
Sternenstaub
Sie nimmt ihre
Mädchen
In die Arme
Das Pflaster am
Knie der Älteren
Hat sich gelöst
Und ein kleines
Fadenförmiges
Lebewesen
Windet sich im
Ausgetrockneten
Grind
Der Beginn einer
nie
Enden wollenden
Infektion
Der Beginn einer
ewig
Währenden Reise
An deren Ende
Wir uns vielleicht
wiedersehen
Donnerstag, 13. Juni 2013
Einsame Wölfin
Einsame
Wölfin
Eine einsame Wölfin
Ist sie
Verteidigt ihr Revier
Beschützt ihre Welpen
Hat ein dickes Fell
Und fletscht die Zähne
Ihre Höhle eine Festung
Aus gebranntem Lehm
Und Gips
Ausgefahrene Krallen
Kratzen auf dem Asphalt
Die Ohren gespitzt
Durchstreift sie den
Dschungel der sich
Kleinstadt nennt
Sie ist das letzte
Wilde Tier im Reservat
Eingezäunt von
Autobahnen und Gräben
Gefüllt mit fauligem Wasser
Freiheit gibt es
Nur jenseits
Der Hochspannungsmasten
Eine einsame Wölfin
Ist sie
Mit blitzenden Augen
Wie Eiskristalle
Wollen sie dir sagen
Komm mir nicht zu nahe
Wenn du ein Jäger bist
Aber ich bin kein Jäger
Ich bin ein Gejagter
Ich bin die Beute
Ich bin der Fraß
Für eine einsame Wölfin
Die sich die Lefzen leckt
Weil sie nichts anderes will
Als zu überleben
(Einsame Wölfin, Songtitel von
Einstürzende Neubauten von der MC Livematerial 81/82 von 1982)
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