Freitag, 6. Februar 2015

Kriegslied (ca. 1981)

Nieda nieda
Imma wieda
Imma wieda
Vaterland oh Vaterland
Für dich kämpf ich mit Fuß und Hand

Die Krieg ist nah
Der Krieg ist da
Gottseidank den Krieg ich sah
Wir marschieren
Tirilieren
In Russland uns die Zehen frieren
Hurra Hurra
Der Krieg ist da

Wir erobern wir zerstören
Alles muss dem Reich gehören
Der Feind ist tot der Sieg ist nah
Feuer wo einst Leben war
Mit Gottes Hand
Fürs Vaterland
Hurra Hurra
Der Krieg ist da

Raketen her Raketen her
Sie ist zu schwach die Bundeswehr
Panzer Schiffe und Kanonen
Werden niemanden verschonen
Und den Dom
Im neuen Rom
Vernichten wir mit dem Atom
Raketen her Raketen her
Sie schafft's sonst nicht die Bundeswehr

Kommunisten Bolschewisten
Stehn auf unsren Abschusslisten
Russland nieda
Imma wieda
Und wir singen unsre Lieda
Deutschland Deutschland über alles
Über alles in der Welt
Deutschland Deutschland Vaterland
Es gibt nichts was dich aufhält

Der Feind ist stark der Feind ist stark
Weil auch er ein Knöpfchen hat
Wir verlieren wir verlieren
Ach oh weh und wir krepieren
Uns fehlt der Kopf und auch ein Bein
Doch schön ist es ein Held zu sein

Ein großer Knall
Im weiten All
Es wird dunkel überall
Das Leben stirbt und wird zu Staub
Der Schrei der Menschheit der ist laut
Wo unsre Erde einmal war
Steht ein Schild nun einsam da
Und große Buchstaben vermelden
Wir gedenken unsrer Helden

Donnerstag, 22. Januar 2015

Impressum

Impressum:
Verlag Robert Richter Robert Richter
Gertrud Steinhauser Str. 13
63452 Hanau
Kontakt: Telefon: +49 6181 399577 Telefax:
E-Mail: robsierichter (at) gmx.de
Registereintrag Gewerberegister Hanau Indexnr.: 10000005127
Umsatzsteuer-ID DE112821970

Donnerstag, 2. Januar 2014

Schneeflocke (1979!)

Wo auf einer kleinen Schneeflocke
Das Licht der Kristalle
Auf dich zukommt
Wirst du sehen
Und verstehen
Dass du nicht allein bist
Die Flocke schmilzt
Doch das Licht bleibt
Und es scheint in deinem Herzen
Bis ans Ende
Und noch länger
Das ist deine Hoffnung
Halte sie fest
Denn es ist das einzige
Das du tun kannst

Mittwoch, 25. Dezember 2013

Stille Nacht

Das ist mal Weihnachten
Vierzehn Grad und ich sitze
Mit meinen neuen Hausschuhen
Auf der Terrasse und rauche
Eine letzte Zigarette bevor die
Müdigkeit mich ins
Bett treiben wird
Der Regen plätschert leise
Durch die Nacht und nur die
Kahlen Bäume erinnern daran
Dass Dezember ist
Eine fast stille Nacht
Wäre da nicht hin und wieder
Das Dröhnen von Motoren
Das der Wind von der Lamboy
Herüber trägt denn die
Straße ist schnurgerade und
Wo Straßen gerade sind wollen
Manche wissen wie es sich
Anfühlt wenn 250 PS arbeiten
Wenn man sonst nichts hat
Was man fühlen kann
Schon erreicht die Glut den Filter
Ich geh ins Haus
Kontrolliere ob auch wirklich
Alle Heizkörper abgedreht sind
Lasse mich aufs Sofa fallen
Und schalte den Fernseher an
Während ich mich durch
Die Programme zappe in der
Hoffnung auf einen Zombie Film
Zu stoßen denke ich mir
Gott sei Dank
Auch diesen Tag
Hab ich hinter mich gebracht

Sonntag, 22. Dezember 2013

Die goldene Zukunft der Städte

Da schauen sie auf die Trümmer
Ihrer Städte Scherben der Verzweiflung
Auf regennassem Asphalt lodernde
Feuer entfacht durch Wut und Aggression
Rauchschwaden die zum Himmel steigen
Aber sie tragen keine Hoffnung mit sich
Da stehen sie und weinen
Und ihre Tränen glitzern golden
So golden wie die Manschettenknöpfe
An denen sie nervös hantieren
So golden wie die Scheitel
Die sie gezogen haben

Da schauen sie auf ihre Städte
Und weinen und die Täter sind
Schnell gefunden
Da stehen sie
Sie haben die Steine ja noch
In ihren Händen
Diese Rüpel
Die sich dem System verweigern
Von dem sie selbst schmarotzen
Wie Bandwürmer sind sie im
Gedärm dieser Nation

Weil sie nicht verstehen wollen
Dass die Städte sich verändern müssen
Dass Städte nicht mehr denen
Gehören die darin wohnen
Sondern denen die investieren
Zum Wohle aller
Und zur Erhaltung des Glaubens
An ewiges nie enden
Wollendes Wachstum
Auf dass es Geld regnen möge
Statt Wasser
Eines Tages
Wenn die Rauchschwaden sich
Verzogen haben und der
Himmel wieder blau ist

Dann hören sie auf zu weinen
Die Feuer sind erloschen
Und sie werden die Scherben
Zusammenkehren und was noch
Übrig blieb werden sie nieder reißen
Und sie werden neue Tempel errichten
Größer und prächtiger als es
Sie je gegeben hat
Und Götzen werden darin wohnen
Gleich goldenen Kälbern
Und die Menschen werden tanzen
In einem stumpfen ewig gleich bleibendem Takt

Und die Götzen werden nach Blut verlangen
Doch aus ihren Hintern wird
Gold fließen
Füllhorn und Stein der Weisen zugleich

Während draußen vor den Toren der Städte
Bandwürmer auf matschigen Äckern
Nach Kartoffeln graben
Und Steine finden werden

Montag, 5. August 2013

Regatta

Der Himmel ist blau-weiß
So wie es sich gehört
Für das gelobte Land
Der Bayern
Von Nordosten weht ein
Sanfter Wind der
See liegt ruhig
Zwischen seinen Ufern

Am Horizont segeln sie
Um die Wette
Die Regatta der
Höhepunkt des Jahres
In diesem Ort der
So verlassen da liegt
Wie ein überfahrenes
Eichhörnchen am Straßenrand
Zieht für einen Tag
Die Porschefahrer an
Die mit verspiegelten
Sonnenbrillen ihr
Greisenalter kaschieren wollen

Ich flüchte
Laufe hinaus auf die Straße
Die in Richtung Wald führt
Vorbei an endlosen
Reihen Ferienhäuser
In denen nie jemand wohnt

Auf einem Schotterweg entdecke
Ich eine tote Kröte
Ausgedörrt von der
Stechenden Sonne die
Haut schuppig wie von
Einem Reptil zieht das
Tier nur noch Ameisen an
Die mit scharfen Kiefern den
Kadaver zerlegen

Dienstag, 23. Juli 2013

Traktate aus den Vorhöfen der Hölle

Dies sind die Traktate aus
Den Vorhöfen der Hölle
Aufgeschrieben in einsamen Nächten
Mit Tränen Blut und Schweiß

In Gestalt einer Fliege drang
Ein Dämon in mich ein
Und führte mich an diesen Ort
An dem ich gefangen bin
Für die nächsten tausend Jahre

So steige ich hinab in
Die Tiefen des Vulkans
Wo brodelndes Magma
Meine Seele reinigt
Mich befreit von den
Sünden die wie Kerben
Eingeschweißt sind
Hinter den Schallmauern
Meiner Gehörgänge

Der Tod kommt auf
Einem Segelboot
Langsam
Über die sanften Wellen
Gleitend nähert es sich
Dem steinigen Ufer

Graues Fleisch liegt
In der Uferbrandung
Bedrängt von Millionen
Ausschwärmender Blutsaugern
Tropfen für Tropfen
Verschwindet löst sich auf
Wird eins mit dem Äther
Aufgesaugt von Gammastrahlen
Während hinter den Bergen
Ein leichtes Grollen
Zu vernehmen ist

Eingeschlossen
Hinter Wänden aus Stahlbeton
Kein Entrinnen aus dieser
Festung namens Irrenhaus
Nur der Weg über das
Wasser führt ins Freie
Wohin man blickt
Grünblaues
Fischverseuchtes Wasser

Schüsse hallen durch die Straße
Die Sonne steht im Zenit
Während ich um die Ecke biege
Und Zuflucht hinter
Sandsteinmauern suche

Eine Mutter steht im Hinterhof und
Gibt ihren beiden Mädchen
Jeweils einen Kuss auf die Stirn
Bevor sie sie in den Kindergarten
Schickt das Ältere der Mädchen
Hinkt etwas denn es hat
Sich das Knie aufgeschrammt
Unter einem braunen Pflaster
Quillt Grind hervor
Eine Fliege versucht aufdringlich
Den Zugang zur Wunde zu finden
Die Mädchen verschwinden
Und ebenso die Mutter
Die dem Horizont entgegen geht

Leere Schneckenhäuser am Wegesrand
Zeugen davon was hier einmal gab
Zivilisation
Die Häuser zerfallen und übrig
Bleibt eine feine Schicht aus
Kalk in dem ich meine
Fußspuren hinterlasse und
Mich nach nichts mehr sehne
Als nach Einsamkeit

Sonnenstrahlen
Durch das Prisma ewiger Qual
Gejagt gebündelt konzentriert
Auf einen Punkt
Der sich Leben nennt
Treffen sie mein Herz
Durchbohren es
Bis nichts mehr übrig bleibt
Außer ausgebrannte
Muskelfasern und
Verdampfendes Blut
Hätte ich nur stattdessen einen
Stein in der Brust
Dann bliebe mir die
Reise in die Finsternis erspart
Und der tägliche Blick
Aus dem Küchenfenster

Der Tod ist ein Fischer
Er wirft die Schleppnetze aus
Und durchkämmt
Die Gewässer

Während die Geister der Ertrunkenen
Nach unvorsichtigen
Schwimmern spähen
Was sich unter der glitzernden Oberfläche
Bewegt entzieht sich
Den Augen der Lebenden

Gegen Nachmittag kehrt die
Mutter zurück aus dem Nichts
Wie sich verdichtender Nebel
Materialisiert sich ihr Körper
Am Horizont
Braune Haare fallen in Wellen
Über ihre Schultern ihre Augen
Glitzern wie Sternenstaub
Sie nimmt ihre Mädchen
In die Arme
Das Pflaster am Knie der Älteren
Hat sich gelöst
Und ein kleines
Fadenförmiges Lebewesen
Windet sich im
Ausgetrockneten Grind
Der Beginn einer nie
Enden wollenden Infektion
Der Beginn einer ewig
Währenden Reise

An deren Ende
Wir uns vielleicht wiedersehen